Funktionen und Kompatibilität
VideoOCX bündelte die damals mühsame Windows-Videoprogrammierung in einem einzigen ActiveX-Steuerelement. Entwickler konnten damit in wenigen Zeilen Code Live-Video anzeigen, einzelne Frames abgreifen und weiterverarbeiten.
Kernfunktionen
- Live-Videodarstellung aus VfW-kompatiblen Quellen (TV-Karten, Framegrabber, USB-Webcams)
- Frame-Capture: Einzelbilder als Bitmap oder JPEG abgreifen und speichern
- Zugriff auf Bilddaten im Speicher für eigene Bildverarbeitungs-Routinen (Machine Vision)
- Overlay- und Zeichenfunktionen über dem Livebild
- Videoaufzeichnung in AVI-Dateien
- Ergänzende Tools wie TraceWindow und die VideoOCXTools-Hilfen
Unterstützte Entwicklungsumgebungen
Als ActiveX-Control ließ sich VideoOCX in praktisch jeder Umgebung mit COM-Unterstützung einsetzen. Offiziell dokumentiert und mit Beispielprojekten versorgt waren vor allem:
| Umgebung | Status |
|---|---|
| Visual Basic 6 | Beispielprojekte im Lieferumfang |
| Visual C++ (MFC) | Beispielprojekte im Lieferumfang |
| Delphi | Community-erprobt |
| .NET (über COM-Interop) | Mit Einschränkungen nutzbar |
Systemvoraussetzungen
Die Zielplattformen waren Windows 98 bis Windows XP mit Video-for-Windows-Treibern. Genau hier lag später auch das Ende: Mit DirectShow, Media Foundation und dem Auslaufen von ActiveX verlor der Ansatz seine Grundlage.
Wie man die gleichen Aufgaben heute löst, zeigt das Kapitel Entwicklung - und für Endanwender der Vergleich moderner Video-Capture-Software.